Tag 1 – Lounge Erlebnisse, Flug nach Hong Kong und „Erstkontakt“

Eine lange Umsteigezeit von über 6 Stunden hat auch seine schönen Seiten: Ein langer Aufenthalt in der Airline-Lounge:

Lecker Essen und Getränke, pfeil-schnelles free WiFi, gemütliche Sofas, ein Kino und das  Beste: die anderen Menschen in der Lounge, people watching vom feinsten.

  

 

Ein bunte Mischung aus Geschäftsreisenden, Edel Touristen und dem Jet Set aus aller Herren Länder tummelt sich hier. Es wird telefoniert, am Laptop und Tablet gearbeitet oder man hängt rum, isst und trinkt etwas. Auch die Gesprächsfetzen haben ihr einiges: Ein ultra wichtiges Banker (oder zumindest kommt er sich so vor) telefoniert mehr als leise mit einem Journalisten wegen einem Interview Termin um dann dem etwas später hinzugekommenen Kollegen zu erklären das man für die nächsten Monate doch lieber die Presse „Out of the Loop“ lassen möchte. A-ha so weit her ist es also mit der Ehrlichkeit der Banker….

Das Highlight war dann aber als mich ein Herr fragte ob die Sofaecke in der ich saß die restlichen Sofas noch frei seien. Ich hab ja gesagt und er und ein paar seine Kollegen hab sich dann gesetzt. Nach ein paar Minuten ist mir dann auch eingefallen wer der gute Herr war der mich angesprochen hat: Éric Boullier, Teamchef von Lotus F1. So habe ich dann die letzte Stunde im Kreis des Lotus F1 Teamleitung verbracht…. Freude !

Dann ging es endlich Richtung Hong Kong weiter, leider nur mit einer 747-400 aber wenn man Oben sitzt geht es 😉

 

Noch vor dem Start wurden Champagner und sonstige Getränke angeboten und es gab für mich als Langstrecken-Neuling noch ein lustiges Schauspiel: Der Großteil der Anzugträger und Business Outfit Trägerinnen verschwindet auf der Toilette um in Pyjama oder Jogginghose und T-Shirt sich wieder auf ihren Platz zu setzten. Optisch hatte das was von ner RTL II Nachmittags-Serie.

Nach der üblichen Begrüßung durch den Captain und Purser/Purserette per Durchsage haben sich die für einen Zuständigen Flugbegleiter noch einmal persönlich bei jedem vorgestellt und die Menükarte überreicht.

Leider kam dann nochmal eine durchsage des Captains das sich der Abflug aufgrund von Traffic-Jam (Stau) auf dem Vorfeld noch etwas verzögert. Dafuq ? Stau auf dem Vorfeld kannte ich bis her noch nicht.

Der Flug an sich war unspektakulär. Das 3 Gänge Menü und das Frühstück kurz vor der Landung waren gut, das In-Flight Entertainment war OK, nur das Display war nicht so prall, man merkt das der Vogel schon einige Jahre auf dem Buckel hat.

Am Flughafen in Hong Kong gab es dann die erste richtige Überraschung: Das hier auch Laute mit Mundschutz rumlaufen war mir klar, das es aber im Terminal automatisiert Fieberthermometer gibt war mir neu: Überall sind Wärmebildkameras installiert wo jeweils eine Station mit 2 Operatoren ist die die Bilder auswerten. Mitten im Raum stehen dann dann Leute raus ziehen die Auffällige sind und nochmal per Ohrthermometer messen. SARS und Schweinegrippe haben wohl hier ihre Spuren hinterlassen.

Die Einreiseformaltitäten gingen schnell und der Koffer war auch gleich da. Mit dem Airport   Express in die City und dann weiter per Shuttlebus ins Hotel. Das war dann auch schon das nächste Erlebnis: Das Hotel hat einen eigenen Shuttlebus, was hier nichts besonderes ist, aber der Fahrer und die Innenausstattung ist da schon eine Klasse für sich. Man steigt in den Bus ein und wird von der Angenehmen Klimatisierung sowie einem Bunt blinkendem Edelstein-Plexiglas Schalthebel und Musik, Marke: Die Top Hits der 80er und 90er auf dem E-Piano oder als Midi mit Optionalem Gesang in chinesisch oder englisch, begrüßt.

Und dann die Fahrt: Der Fahrer scheint eine Rennfahrerkarriere verpasst zu haben und versucht das jetzt mit dem Busfahren zu kompensieren: Mit gefühlten 200 durch die Innenstadt von Hong Kong zum Hotel.

Hier herrschen Mailänder Verkehrsverhältnisse aber lustiger weise hab ich noch kein Auto, oder Taxi mit auch nur dem kleinsten Kratzer und Beule gesehen.

Im Hotel dann schnell geduscht und wieder raus: Ich brauch noch was zu Essen, also richtung Langham Place, der Mall auf der nächst gelegenen MTR (U-Bahn) Haltstelle. Und da hab ich ohne Vorwarnung meine erste Asien Breitseite bekommen: Durch die komplette Mall klingt die House Version von Gangnam Style als Hintergrundbeschallung, nur nicht an einer Stelle, dem Winter-Wonderland (Eine künstlich Winterlandschaft mit weißen Bäumen und einem weißen Zug, die zu 95% nur aus weißen LEDs bestehen, in dem Lebensgroße Plüsch Eisbären stehen und jeder sich mit dem Handy selbst Fotografiert und es von jemand machen lässt), hier bekommt man die volle Packung „die 3 Top Weihnachtshits als Midi“. Bei ca. 28°C Außentemperatur bekommt das noch einen schrägeren Touch.

Und die Entdeckung des Tages: Furby ist zurück !

Over and out.